
Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leitet eine Untersuchung gegen Google und Meta ein - Foto: European Union / Aurore Martignoni
Am Freitag, dem 11. März 2022, hat die
Europäische Kommission eine kartellrechtliche Untersuchung gegen die beiden Internet-Giganten
Google und
Meta eingeleitet. Mit Hilfe dieser Untersuchung will EU-Wettbewerbskommissarin
Margrethe Vestager herausfinden, ob Google und Meta beim Angebot von Display-Werbung (Banner, Pop-Ups, etc.) gegen das EU-Kartell-Recht verstoßen. In ähnlicher Angelegenheit ermittelt auch die britische Kartellbehörde
Competition Market Authority (CMA).
Bei dieser Untersuchung geht es um eine Vereinbarung (trägt den Namen Jedi Blue) zwischen Google und Meta (damals noch Facebook) aus dem September 2018, in deren Rahmen Metas Audience Network – das im Namen von Dritt-Anbietern, wie beispielsweise Apps, für Werbeplätze bietet – Googles Open Bidding-Programm beitritt, das Echtzeit-Auktionen für Werbeplätze ermöglicht.
Margrethe Vestager: "Viele Publisher greifen auf Display-Werbung zurück, um die Bereitstellung von Online-Inhalten für Verbraucher zu finanzieren. Die Vereinbarung zwischen Google und Meta, die sie 'Jedi Blue' nannten, könnte darauf abzielen, mit dem Google-Dienst 'Open-Bidding' konkurrierende Technologien zu schwächen und vom Markt für Display-Werbung auf Websites und in Apps von Publishern auszuschließen. Sollte sich dieser Verdacht im Rahmen unserer Untersuchung bestätigen, würde dies eine Beschränkung und Verzerrung des Wettbewerbs auf dem bereits konzentrierten Markt für Werbe-Technologien zum Nachteil konkurrierender Technologien, von Publishern und letztlich der Verbraucher darstellen."
In der Presse-Info vom 11. März 2022 führt die EU-Kommission aus: "Google bietet Werbetechnologie-Dienste an, die Werbetreibende auf der einen Seite und Publisher auf der anderen Seite zusammenführen. Das Unternehmen versteigert unter anderem über seinen Dienst 'Open Bidding' in Echtzeit Online-Werbeflächen auf Websites oder in mobilen Apps. Meta bietet Display-Werbedienste an und nimmt über sein „Audience Network“ an Auktionen für Online-Werbeflächen von Publishern unter Nutzung der Werbetechnologie-Dienste von Google und anderen Wettbewerbern teil.
Die Untersuchung der Kommission betrifft eine von Google und Meta im September 2018 geschlossene Vereinbarung mit dem Code-Namen 'Jedi Blue', die die Teilnahme des „Audience Network“ von Meta an den Auktionen des Google-Dienstes „Open Bidding“ betrifft. Die Kommission befürchtet, dass die Vereinbarung ein Bestandteil umfassenderer Bemühungen sein könnte, Werbetechnologiedienste (sogenannte „Ad Tech Services“), die mit dem Google-Dienst 'Open Bidding' im Wettbewerb stehen, auszuschließen und somit den Wettbewerb auf den Märkten für Display-Werbung zum Nachteil der Publisher und letztlich der Verbraucher einzuschränken oder zu verfälschen.
Diese Praktiken könnten gegen die EU-Vorschriften über wettbewerbswidrige Vereinbarungen zwischen Unternehmen (Artikel 101 AEUV) und/oder die EU-Vorschriften über den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (Artikel 102 AEUV) verstoßen.
Die Kommission wird diese eingehende Untersuchung vorrangig behandeln. Das Verfahren wird ergebnisoffen geführt."