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Petitionsplattform Campact verbucht Erfolg gegen Rammstein
Im Konflikt mit der in Verden ansässigen Petitionsplattform
Campact e. V. und der Band
Rammstein sieht es nach einem Erfolg von Campact e.V. aus. Die Berliner Kanzlei
Schertz Bergmann, die Rammstein-Sänger
Till Lindemann vertritt, hat ihren Unterlassungsantrag gegen eine Petition auf der
WeAct-Plattform zurückgenommen.
In der fraglichen WeAct-Petition wurde gefordert, die drei Rammstein-Konzerte im Berliner Olympiastadion abzusagen. In der Petition hieß es: "Solange die Vorwürfe nicht geklärt sind, sind Konzerte der Band kein sicherer Ort für Mädchen und Frauen."
In ihrer Unterlassungserklärung hatte Schertz Bergmann die Organisation Campact e. V. aufgefordert, zentrale Formulierungen in einer Petition gegen die drei Rammstein-Konzerte in Berlin zu streichen.
Dr. Felix Kolb, Geschäftsführender Vorstand von Campact e.V.: "Mit großer Freude blicken wir auf den Ausgang des Verfahrens: Till Lindemanns Kanzlei, Schertz Bergmann, hat ihren Verfügungsantrag gegen unsere WeAct-Petition zurückgenommen. Das Landgericht hatte den Parteien zuvor den Hinweis erteilt, dass man das Rekrutierungssystem als 'sexuellen Missbrauch' bezeichnen darf. Der Rückzug der Kanzlei kommt damit einem Eingeständnis einer Niederlage gleich. Darüber hinaus ist er ein wichtiges Signal für alle Menschen, die sich zu den Vorfällen bei Rammstein-Konzerten öffentlich geäußert haben. Und es ermutigt hoffentlich auch Menschen in anderen Fällen, mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn es macht klar: Wir lassen uns die Verwendung klarer Worte nicht verbieten. Die PR-Strategie Lindemanns, sämtliche Kritiker*innen mundtot zu machen, ist letztlich gescheitert. Lindemann muss daher auch für die kompletten Kosten des Verfahrens aufkommen."
Thorsten Feldmann, Medien-Rechtler bei der Kanzlei JBB Rechtsanwälte: "Ein Verfügungsantrag kann jederzeit zurückgenommen werden. Dass Till Lindemann jedoch nach dem gerichtlichen Hinweis, der uns Recht gibt, von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, zeigt, dass auch er seinem eigenen Antrag keine Erfolgsaussichten mehr einräumt. Für mich ist klar: Lindemann versucht, dadurch eine für ihn nachteilige gerichtliche Entscheidung zu verhindern, die Signalwirkung für andere Verfahren in der Causa Rammstein hätte."
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(ps) 16.08.2023
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