
Prof. Dr. Rupprecht Podzun ist seit Juli 2024 neues Mitglied der Monopolkommission - FotoHHU
Prof. Dr. Rupprecht Podszun, seit 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Wettbewerbsrecht an der
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), gehört seit Anfang Juli 2024 der
Monopolkommission als neues Mitglied an. Der 48-jährige Jurist, der auch Direktor des
Instituts für Kartellrecht (IKartR) an der HHU ist, löst den Regensburger
Prof. Dr. Jürgen Kühling nach zwei vierjährigen Amtszeiten ab. Die offizielle Ernennung zum Mitglied der Monopolkommission erfolgte durch Bundeswirtschaftsminister
Dr. Robert Habeck.
Die Monopolkommission berät als ein unabhängiges Gremium die Bundesregierung zu Fragen des Wettbewerbs sowie der regulierten Sektoren (Bahn, Post, Telekommunikation, Energie). Sie setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die über besondere volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche, sozialpolitische, technologische oder wirtschaftsrechtliche Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. 2024 wird die Kommission 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass fand am 5. Juni 2024 in Berlin ein Symposium statt, auf dem Professor Rupprecht Podszun zum Thema "Wie politisch darf das Kartellrecht sein?" referierte.
Prof. Rupprecht Podszun: "Der Wettbewerb gerät von zwei Seiten unter Druck: In einigen Bereichen nimmt die Macht einzelner Konzerne bedenklich zu. Gleichzeitig wird in Krisenzeiten der Ruf nach dem Staat wieder lauter. Die Spielräume für den Einzelnen in der Wirtschaft werden dadurch kleiner. Wettbewerb ist kein Allheilmittel, aber ich werde mich in der Monopolkommission dafür einsetzen, dass seine Potenziale zur Lösung aktueller und künftiger Probleme freigesetzt werden."
Prof. Dr. Rupprecht Podszun lehrt seit dem Wintersemester 2016/17 an der HHU Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Wettbewerbsrecht. Er leitet zusammen mit Prof. Dr. Christian Kersting das Institut für Kartellrecht und ist Präsident der Academic Society for Competition Law (ASCOLA), der weltweiten Fachgesellschaft für Kartellrecht. Er ist zudem Ersatzmitglied der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK).
Der 48-jährige Experte für das Kartellrecht studierte Jura an den Universitäten Heidelberg, London und München. Nach seiner Promotion 2003 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema "Internationales Kartellverfahrensrecht" schob er ab 2005 eine zweijährige Station als Referent im Bundeskartellamt in Bonn ein. Von 2007 bis 2012 war er als Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München und habilitierte sich 2012 an der Ludwig-Maximilians-Universität zum Thema "Wirtschaftsordnung durch Zivilgerichte". Von 2013 bis 2022 war er Affiliated Research Fellow am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München. 2013 wechselte er an die Universität Bayreuth (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Immaterialgüter- und Wirtschaftsrecht).
Den Ruf der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nahm er angesichts ihres bedeutenden wettbewerbsrechtlichen Schwerpunktes mit dem Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) an. Gemeinsam mit Direktor Professor Dr. Justus Haucap betreibt Podszun den Podcast "Bei Anruf Wettbewerb". Prof. Haucap war von 2006 bis 2014 Mitglied der Monopolkommission.
Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Rupprecht Podszun sind neben dem Kartell- und Wettbewerbsrecht die Regulierung der digitalen Plattformen und der Bereich 'Recht und Nachhaltigkeit'. Zuletzt hatte Podszun mit Co-Autorinnen und -Autoren ein großes Werk zum Digital Markets Act vorgelegt, der EU-Regulierung für Unternehmen wie Apple und Google.
Prof. Dr. Podzun: "Für mein Team und mich geht es immer um die Frage, welche Regeln wir brauchen, damit die Marktwirtschaft gut funktioniert. Die aktuellen Veränderungen, von Klimaschutz bis KI, werfen die hergebrachten Geschäftsmodelle über den Haufen. Das bedeutet auch für das Wirtschaftsrecht: Wir müssen neu denken!"
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