ANZEIGE

Corint Media: Google schuldet deutschen Medien 1,3 Milliarden Euro
Der amerikanische Suchmaschinen-Gigant
Google schuldet den deutschen Medien 1,3 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie hervor, die von der renommierten Zürcher Beratung
FehrAdvice & Partners im Auftrag der Berliner Verwertungsgesellschaft
Corint Media GmbH erstellt wurde.
Demnach erwirtschaftet Google in Deutschland rund 3,2 Milliarden Euro Umsatz im Zusammenhang mit journalistischen Inhalten. Bei einer fairen Verteilung dieser Umsätze, wie sie beispielsweise auch in anderen Google-Diensten wie YouTube und Google AdSense erfolgt, stünden den Medien-Anbietern laut FehrAdvice rund 1,3 Milliarden Euro für die Nutzung ihrer Inhalte zu.
Die Methodik der Untersuchung von FehrAdivice basiert auf einem verhaltensökonomischen Experiment, das reales Nutzerverhalten misst – darunter Klickverhalten, Zahlungsbereitschaft und implizite Präferenzen. Ein identisches Studiendesign wurde bereits in der Schweiz, Großbritannien und Polen angewendet. Die Ergebnisse der aktuellen Studie von FehrAdvice reihen sich ein in die Erkenntnisse anderer Erhebungen, die journalistischen Medien-Inhalten einen hohen Wertbeitrag für die Google-Suche beimessen. So kam Professor Matthew Elliott von der Universität Cambridge im Jahr 2022 zu dem Ergebnis, dass Nachrichten-Inhalte jährlich etwa 1 Milliarde Pfund an Einnahmen für die Plattformen Google und Facebook erwirtschaften. Eine Studie der Columbia University mit dem Beratungsunternehmen Brattle Group kam sogar auf einen Betrag von 10 bis 12 Milliarden US-Dollar, den Google den US-Medien schuldet.
Dr. Christine Jury-Fischer, Geschäftsführerin von Corint Media: "Corint Media setzt sich seit Jahren für eine angemessene Beteiligung von Anbietern journalistischer Medien an den Erlösen der Digitalplattformen ein. Dabei kämpfen wir auch gegen die vielfach beklagte Informationsasymmetrie: Nur die Plattformen haben alle Daten zu den Nutzungen von journalistischen Medieninhalten in ihren Ökosystemen, neutrale zertifizierte Messdienstleister haben hier keinen Zugang. Die neue Studie von FehrAdvice belegt nun zweifelsfrei: Nutzer suchen auch in Google – für viele Menschen einer der Hauptzugangspunkte für Nachrichten – aktuelle, vertrauenswürdige und vollständige Informationen und verlassen die Plattform, wenn diese fehlen. Googles Wertschöpfung beruht somit auch maßgeblich auf journalistischen Inhalten. Dass die digitalen Plattformen diese mitnehmen, ohne die Inhalteanbieter angemessen zu beteiligen, stellt ein massives Problem für die Finanzierung unserer Medienordnung dar. Hieraus müssen dringend die richtigen Schlüsse für die Anpassung des gesetzlichen Rahmens gezogen werden – auch und vor allem mit Blick auf Herausforderungen durch generative Künstliche Intelligenz. Eine jahrelange Verschleppung der Zahlungen wie bei der Durchsetzung des Presseleistungsschutzrechts darf es hier nicht geben."
Kostenlos versorgt Sie der Der Titelschutz Anzeiger mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
zurück
(ps) 11.06.2025
Titelschutz anmelden
Wir informieren Sie
Erhalten Sie wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und die aktuelle Ausgabe als PDF mehr...
Bestellen Sie hier die monatlich erscheinende Printausgabe mehr...
Erscheinungstermine
Hier finden Sie eine Übersicht der einzelnen Ausgaben mit den Erscheinungsterminen.