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Der Deutsche Werberat zieht Bilanz und warnt vor „Öko-Tricks“

Der Deutsche Werberat in Berlin ist eine freiwillige Schiedsstelle der Werbewirtschaft, an die sich jeder wenden kann, der sich oder seine Anschauungen durch kommerzielle Werbung diskriminiert sieht. Offenbar ist dies im vergangenen Jahr häufiger geschehen, denn die Bilanz, die der Werberat am vergangenen Dienstag in Berlin vorlegte, verzeichnet eine Zunahme der Beschwerden um rund 30 Prozent.82 Werbekampagnen wurden im vergangenen Jahr beanstandet. In 2006 musste das Gremium nur Beschwerden über 63 Kampagnen prüfen. Die Reaktionen der betroffenen Firmen fielen unterschiedlich aus. In 70 Fällen (59 in 2006) wurde die Werbung eingestellt und in 9 Fällen (2 in 2006) entsprechend abgeändert. Nur drei Werbern wurde in 2007 eine Öffentliche Rüge erteilt, weil sie die Kampagne trotz Beanstandung weiterführten. „Die Öffentliche Rüge geht als Mitteilung an die Redaktionen der Massenmedien. Diese Disziplinarmaßnahme kann das Image einer Firma erheblich negativ treffen“, erläuterte der Vorsitzende des Deutschen Werberats Dr. Hans-Henning Wiegmann seine schärfste Waffe. Unter den Branchen, deren Werbung beanstandet wurde, taten sich besonders die Unterhaltungselektronik, Kommunikationstechnik, Alkoholwerbung und das Kreditgewerbe hervor. Dr. Wiegmann nutzte die Bilanz-Pressekonferenz um an die Moral der Werbewirtschaft im Hinblick auf „Grüne“ Werbeargumente  zu appelieren.Öko sei zwar gut fürs Geschäft, weil viele Kunden neben Qualität, Preis und Beratung immer stärker bei ihrer Kaufentscheidung auch auf ökologische Aspekte achteten. Umweltargumente in der kommerziellen Werbung müssten aber nachvollziehbar sein, damit sie nicht als manipulative Trickserei missverstanden würden.



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(al) 01.04.2008



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