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Radio-Schleichwerbung durch das Gesundheitsministerium?

Das SWR-Magazin „Report Mainz“ hat am vergangenen Montag massive Vorwürfe gegen das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erhoben. Die Stuttgarter PR Agentur Schlenker soll im Auftrag des Ministeriums vier komplett sendefähige Hörfunkbeiträge erstellt und ab April 2007 verbreitet haben.

Laut SWR wurden in diesen vorproduzierten Beiträgen mit Originaltext, O-Tönen von Bürgern und Statements der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Vorzüge der Gesundheitsreform dargestellt. Bereits im August 2007 hatte ein „Report Mainz“-Bericht über diese Radiosendungen zu einer parlamentarischen Anfrage der Links-Partei geführt. In der Sendung am Montag äußerte nun eine ehemalige Mitarbeiterin der PR-Agentur, solche Werbebeiträge würden gezielt im redaktionellen Programm von Hörfunksendern platziert. Die Hörer sollten nicht erkennen, dass es sich dabei um gekaufte journalistische Inhalte handle. Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen will nun - laut SWR - die Hörfunkbeiträge überprüfen.

Das Bundesministerium für Gesundheit wies die Vorwürfe in einer Pressemitteilung umgehend zurück. Wie im letzten Jahr mehrfach erläutert, sei die journalistische Einbettung der Hörfunkbeiträge in das jeweilige Rahmenprogramm der Sender immer Aufgabe der Redaktionen, hieß es aus dem Ministerium. Nur im Zusammenhang mit der Moderation durch den Sender ergäbe sich ein vollständig sendefähiger Hörfunkbeitrag. Soweit durch Dritte auch bereits moderierte Beiträge angeboten worden seien, entspräche dies nicht der Auftragslage durch das Bundesministerium für Gesundheit. Diese Fälle wären dem BMG zum Zeitpunkt der Antwort auf die Kleine Anfrage (Drs. 16/7378 vom 03.12.2007) nicht bekannt gewesen. Das BMG habe aus der Diskussion des Jahres 2007 die Konsequenz gezogen, keine derartigen Beiträge für den Hörfunk mehr in Auftrag zu geben.


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(al) 09.07.2008



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