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Im Skandal um den illegalen Weiterverkauf von Adressen und Bankkonten prüft der Medienkonzern Bertelsmann eine Klage gegen Telefondienstleisert. „Unser Ruf ist beschädigt. Wir prüfen rechtliche Schritte“, sagte ein Sprecher. Gegen welche der von Bertelsmann beauftragen Firmen Schadensersatzklagen eingereicht werden, wollte Bertelsmann aber nicht sagen.
Der Berliner Bertelsmann-Tochter BC Bonus Club hatte von Telefondienstleistern angeblich illegale Kundendaten erhalten. „Wir sind nicht schuldig, sondern geschädigt“, sagt ein Bertelsmann-Sprecher. BC Bonus Club gehört zur Konzernsparte Direct Group, in der die Buchklubs gebündelt sind. Die Tochterfirma vertreibt Glücksspiele.
Am Freitag stellte sich der mutmaßliche Datendieb der Polizei. Er wurde bereits vernommen, wie die Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach bestätigte. Er soll die Bankdaten von Tausenden Menschen illegal weiterverkauft haben. Offenbar hatte er vor zwei Jahren Daten von der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) entwendet. Die SKL hat wegen Datenmissbrauchs Anzeige erstattet.
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein erhielt vor einigen Tagen anonym eine CD mit Kontodaten von über 17.000 Kunden. Das Landesdatenschutzzentrum erstatte daraufhin Anzeige gegen eine Firma aus Viersen, die die Daten an Call-Center weiterverkauft haben soll.
Die Verbraucherschützer forderten die Bertelsmann-Tochter auf, unberechtigte Abbuchungen von Konten rückgängig zu machen und betroffene Kunden zu informieren. Andernfalls würde ein Verfahren zur Abschöpfung der Gewinne aus den unrechtmäßigen Kontoabbuchen eingeleitet, hieß es in Hamburg.
(Quelle: Handelsblatt, 18. August 2008)
(bs) 18.08.2008
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