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Die klassische Blockwerbung als ursprüngliches Finanzierungsmodell vor allem der privaten Fernsehsender ist in den letzten Jahren an ihre Grenzen gestoßen, heißt es in einer neuen Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) in Düsseldorf. In den Programmen privater Sender komme es aufgrund ökonomischen Drucks zunehmend zu einer Annäherung werblicher Erscheinungsformen an das Programm. Die Sender würden sich nun nicht mehr auf die Finanzierung durch die klassischen Werbeformen verlassen. Alternativ kommen Sonderwerbe- und Vermarktungsformen, wie z. B. Call-In-Mehrwertdiensten eine immer größere Bedeutung zu.
Prof. Dr. Helmut Volpers (Foto) vom Göttinger Institut für Medienforschung IMGÖ leitete die Studie „Public Relations und werbliche Erscheinungsformen im Fernsehen“. Volpers erkennt einen starken Trend, Erlöse über Zusatzgeschäfte zu erzielen und für programmbezogene Produkte zu werben. Neben gesetzlich durchaus legalen Sonderwerbeformen würden in der qualitativ angelegten Untersuchung von bundesweiten und regionalen, privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen auch Formen identifiziert, die sich in einem rechtlichen Graubereich befinden. Seiner Ansicht nach habe der Gesetzgeber die Marktkräfte und den Kommerzialisierungsdruck offenbar völlig unterschätzt. Die Legalisierung von Product Placement würde unweigerlich zu Weiterungen führen, die über das reine Placement von Produkten und Marken hinausgingen: „Der Gesetzgeber muss sich entscheiden, ob er in einem zukunftsfähigen Medienrecht Regelungen schaffen will, die einen Kernbestand journalistischer Autonomie vor ökonomischen Interessen bewahren hilft“, erklärte er in einer Pressemitteilung der LfM.
Die Studie ist in der Schriftenreihe Medienforschung der LfM erschienen und kostet 18,- Euro (ISBN 978 - 3 - 89158 - 485 – 9).
(al) 04.09.2008
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