Samstag, 15. August 2026

Aktuelle Ausgabe

ANZEIGE


Historiker begehren gegen Verbot des Abdrucks von NS-Zeitungen auf

Der wissenschaftliche Beirat des Projektes ZEITUNGSZEUGEN kritisiert scharf das bayerische Finanzministerium für seine Forderung, keine Zeitungen aus der NS-Zeit nachzudrucken. „Wir sind bestürzt über den Versuch, die publizistische breite Aufarbeitung von Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus durch Androhung eines Verbots des Nachdrucks zu vereiteln“, heißt es in einer Erklärung, die unter anderem der Emeritus Hans Mommsen, Barbara Distel, langjährige Leiterin der KZ-Gedenkstätte und Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung unterzeichnet haben.

Die Forderung des Freistaats sei ein „höchst ungeschickter Beitrag zur Mystifizierung und Überhöhung der NS-Propaganda“. Die Historiker appellieren an Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer und seinen Finanzminister Georg Fahrenschon das Vorgehen der Ministerialbeamten zu stoppen. Vergangene Woche hatte Bayerns Finanzministerium in einer offiziellen Erklärung dem jüngst gestarteten Partwork ZEITUNGSZEUGEN den Abdruck von Nachdrucken aus der NS-Zeit untersagt, weil dem Freistaat die Rechte an den NS-Blättern obliegen.

Die erste Ausgabe der Reihe, herausgegeben vom Londoner Verlagshaus Albertas Limited, war am 8. Januar erschienen, mit einem Druck der einst im Münchner Eher-Verlag erschienenen NS-Zeitung DER ANGRIFF.

Quelle: www.dnv-online.net

Siehe auch: ZEITUNGSZEUGEN geraten in Bedrängnis vom 19.01.2009


zurück

(al) 22.01.2009



Titelschutz anmelden

 

Wir informieren Sie

 

Erscheinungstermine