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RTL-Sendung „Erwachsen auf Probe“ darf gesendet werden

Das Veraltungsgericht Köln hat einem Erlass auf einstweilige Anordnung gegen die Ausstrahlung der umstrittenen Reality-Show „Erwachsen auf Probe“ nicht stattgegeben. So kann RTL heute (Mittwoch) um 20.15 Uhr wie geplant die erste Folge senden. In „Erwachsen auf Probe“ sollen vier Teenager-Pärchen mit Kinderwunsch testweise den Umgang mit „echten“ Babies üben. Ein familienpolitischen Zielen verpflichteter Verein wollte auf gerichtlichem Wege erreichen, dass das Jugendamt der Stadt Köln die Ausstrahlung der Sendung einstweilen untersagt. Das Reality-Format verstoße gegen die Menschwürde, so die Argumentation des Vereins.

Als Begründung ihrer Ablehnung erklärten die Richter, das Jugendamt Köln sei nicht dazu berufen, in eigener Zuständigkeit die Ausstrahlung der Sendung zu untersagen. Die Zuständigkeiten der Medienaufsicht seien abschließend im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geregelt. Behördlich zuständig für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Beachtung des Jugendschutzes und der Menschenwürde im privaten Rundfunk seien danach allein die Landesmedienanstalten. Gegen den Beschluss (AZ: 6 L 798/09) ist noch eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster möglich.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat bereits eine Prüfung der ersten Folge von „Erwachsen auf Probe“ unmittelbar nach Ausstrahlung angekündigt. Ein aus drei KJM-Mitgliedern bestehender Prüfausschuss wird am Donnerstag eine jugendschutzrechtliche Bewertung vornehmen.

„Die KJM beobachtet grundsätzlich TV-Sendungen, bei denen im Vorfeld Hinweise auf problematische Inhalte vorliegen. Auch beim RTL-Format "Erwachsen auf Probe" reagieren wir prompt nach der Ausstrahlung der Reality-Sendung mit einem Eilprüfverfahren", erklärte Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Vorsitzender der Kommission. Dies sei kein Ausnahmefall, sondern gehöre zum gesetzlich vorgegebenen Auftrag des Aufsichtsorgans: Die Jugendschützer der KJM würden regelmäßig vorab recherchieren, welche Sendungen die Fernsehanbieter planen, und nach der Ausstrahlung kontinuierlich sowohl neue Formate als auch potenziell problematische Sendungen bewerten.


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(al) 03.06.2009



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