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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Mitarbeiter im Stuttgarter Pressehaus (Südwestdeutsche Medienholding SWMH). Durch die Manipulation von Zeitnachweisen sollen in großem Stil Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen worden sein. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Selbstanzeige eines ehemaligen Abteilungsleiters, die dem Südwestrundfunk SWR vorliegt. Demnach sollen den Mitarbeitern in der Druckerei von 'Stuttgarter Zeitung' und 'Stuttgarter Nachrichten' über viele Jahre Gelder zugeflossen sein, für die keine Lohnsteuer und Sozialabgaben gezahlt wurden. Die Beschäftigten hätten mit immer weniger Personal immer mehr Aufträge erledigen müssen und durch Zusatzschichten und Überstunden erhebliche Mehrkosten verursacht, heißt es in dem Schreiben. Um diese einzusparen, seien den nahezu eintausend Angestellten im Bereich Technik weitgehend steuer- und abgabenfreie Wochenenddienste aufgeschrieben worden, die gar nicht geleistet wurden.
Der Betriebsrat hat nach SWR-Informationen bereits 2002 darauf hingewiesen, dass er die Manipulationen bei der Zeitwirtschaft als Urkundenfälschung betrachte. Der Geschäftsführer des Medienunternehmens, Richard Rebmann, erklärte laut SWR, der Staatsanwaltschaft alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung stellen zu wollen. Nach seinen Angaben sei es die Konzern-Revision gewesen, die die Fehlbuchungen festgestellt habe. Der verantwortliche Abteilungsleiter in der Druckerei sei sofort entlassen worden. Die SWMH steckt derzeit in finanziellen Schwierigkeiten. Vor allem die 650 Millionen Euro teure Übernahme der 'Süddeutschen Zeitung' vor knapp zwei Jahren ist in Zeiten der Anzeigenkrise schwer finanzierbar. Aus diesem Grund treffen sich heute die württembergischen Zeitungsverleger in Stuttgart. Dem Vernehmen nach sollen die Gesellschafter, denen die Hälfte am Verlag gehört, einem Darlehen in Höhe von 90 Millionen an den Verlag zustimmen.
Quelle: new-business
(al) 04.11.2009
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