Aktuelle Ausgabe
Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat eine öffentliche Rüge gegen den Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB) und die Agenturen EPPA und Berlinpolis sowie die Denkfabrik Berlinpolis e.V. ausgesprochen. Dabei hebt der Rat die maßgebliche Rolle der damaligen Gesellschafter der Berlinpolis GmbH, Josef Grendel und Rüdiger May, hervor. Anlass sind verdeckte PR-Maßnahmen im Jahr 2008. Beide Agenturen und der Think Tank Berlinpolis wurden vom DRPR bereits für 'no badge'-Aktivitäten im Auftrag der Deutschen Bahn AG öffentlich gerügt.
Berlinpolis-Mitarbeiter veröffentlichten in zahlreichen Medien Leserbriefe und Fachartikel zum Thema „Biokraftstoffe“. Dabei nannten sie nie den VDB als Auftraggeber und überwiegend auch nicht ihren Arbeitgeber. So entstand der Eindruck, die wohlwollenden Äußerungen würden von Privatpersonen bzw. unabhängigen Experten getätigt. Zudem gab es ein Internetportal zum Thema, eine Forsa-Umfrage und eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Tank oder Teller“, die vom vermeintlich unabhängigen Think Tank Berlinpolis e.V. beworben wurde. Darüber hinaus fand ein Text aus der Kampagne für den VDB Eingang in ein Online-Portal des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, das zum damaligen Zeitpunkt von Berlinpolis betreut wurde. Dies wertet der DRPR als intransparentes Lobbying.
Auftragnehmer des VDB war die EPPA GmbH, die die Maßnahmen der verdeckten PR von Berlinpolis durchführen ließ. Positiv bewertet der Rat, dass der VDB den Vertrag mit der EPPA vorzeitig gekündigt hat, sich von verdeckten PR-Maßnahmen distanziert und die einschlägigen Kodizes der Branche anerkennt. Der VDB hat zudem maßgeblich an der Aufklärung des Falls mitgewirkt.
Der Geschäftsführer und Vorsitzende von Berlinpolis, Daniel Dettling, hat ebenfalls zur Aufklärung beigetragen und erkennt nun die Verhaltenskodizes an. Allerdings besteht die irreführende Namensgleichheit von Agentur und Think Tank trotz Kritik durch den DRPR weiter.
Offen bleibt, ob EPPA-Geschäftsführer Rüdiger May dem Geschäftsmodell der verdeckten PR entsagt hat. Er hat an der Aufklärung des Falls nicht mitgewirkt.
Quelle: new-business
(al) 25.11.2009
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