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Tag der Pressefreiheit: Titelseite der WELT blieb leer

Zum „Internationalen Tag der Pressefreiheit“ am vergangenen Montag erschien DIE WELT und WELT KOMPAKT mit einem leeren Titelblatt. Die Tageszeitungen aus der Axel Springer AG kamen ohne Aufmacher, Nachrichten, Kommentare und Fotos in den Handel. Lediglich eine Anzeige der Organisation Reporter ohne Grenzen war zu sehen. Die eigentlichen Titelseiten erschienen auf der dritten Seite.

“Pressefreiheit ist überlebenswichtig für jede Demokratie, aber leider keineswegs selbstverständlich. Das wollen wir mit der außergewöhnlichen Aktion in Erinnerung rufen“, erklärt Jan-Eric Peters, Chefredakteur aller WELT-Titel. Selbst in Deutschland, so der ehemalige Direktor der Axel Springer Akademie weiter, werde die Freiheit der Presse immer stärker eingeengt, „beispielsweise durch eine restriktive Rechtsprechung." Die Layout-Idee wurde von der Werbe-Agentur Scholz & Friends entwickelt. Die dazugehörigen ganzseitigen Anzeigenplätze stellte die WELT-Gruppe kostenlos zur Verfügung.

Den Internationalen Tag der Pressefreiheit hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1991 auf Vorschlag der UNESCO ausgerufen. Er soll an die "Erklärung von Windhoek" erinnern, die am 3. Mai 1991 zur Förderung einer unabhängigen und pluralistischen Presse verabschiedet wurde. In dem Dokument wird betont, dass freie, pluralistische und unabhängige Medien ein wesentlicher Bestandteil jeder demokratischen Gesellschaft sind. Die Zensur wird als eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte angeprangert. Die Erklärung fordert Verfassungsgarantien für die Presse- und Versammlungsfreiheit, setzt sich für die Gründung unabhängiger Verleger-Verbände und Journalisten-Gewerkschaften ein und plädiert für eine internationale Unterstützung bei der Schaffung unabhängiger Medien, der Journalistenausbildung und Unternehmensführung.

Quelle: dnv-online


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(al) 04.05.2010



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