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Nachdem kürzlich große Teile des gelöschten Tagesschau-Online-Archivs an anderer Stelle wieder im Netz aufgetaucht sind, verschärft sich die Diskussion um die Depublizierungspflicht der öffentlich-rechtlichen Sender wieder. Die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates Dagmar Gräfin Kerssenbrock (Foto) sieht die Veröffentlichung depublizierter Inhalte von tagesschau.de als "Beleg für die Fragwürdigkeit des bürokratischen Monstrums „Drei-Stufen-Test". Inhalte, die der NDR aufgrund der auferlegten Verweildauerkonzepte depublizieren müsse, stelle depub.org nach eigenen Angaben nun bei sich wieder online, sagte Kerssenbrock.
Die Website Depub.org zeigt bekanntlich Tagesschau-online-Inhalte aus den vergangenen zehn Jahren, die vom NDR aufgrund gesetzlicher Vorgaben gelöscht werden mussten. Die Initiatoren weisen auf das große öffentliche Interesse an den Daten hin, das ihrer Meinung nach Urheberrechtsverletzungen toleriere. Bei dem Angebot depub.org handelt es sich um eine in Toronto/Kanada registrierte Domain, der Verfasser ist anonym.
"Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet, das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind", so Kerssenbrock. "Es besteht offenkundig großes Interesse an den Inhalten informativer Webseiten wie tagesschau.de. Solange das so ist, wird es immer Menschen geben, die einen Weg finden, diese Inhalte auch verfügbar zu machen. Webseiten wie depub.org sind ein Beleg für die Fragwürdigkeit des Drei-Stufen-Tests."
Wie die Betreiber der kanadischen Website an die Inhalte von tagesschau.de gekommen sind, weiß deren Redaktion nach eigenen Angaben nicht. Da es sich um bereits veröffentlichte Inhalte handelte und es technisch ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen ist, Webseiten zu speichern, geht tagesschau.de davon aus, dass dies geschehen ist, als die Inhalte noch offen zugänglich waren.
Quelle: new-business
(al) 22.09.2010
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