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Verbraucherschützer fordert Verbot von gesundheitsbezogener Werbung auf Lebensmitteln

Verbraucherschützer Gerd Billen fordert, gesundheitsbezogene Werbung auf Lebensmitteln zu verbieten. "Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben auf Lebensmitteln gehört komplett verboten", sagte er gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung'.

Die neue EU-Richtlinie zur gesundheitsbezogenen Werbung ist ihm ein Dorn im Auge. Diese Health-Claims-Verordnung soll künftig vorschreiben, dass solche Reklame nur noch dann möglich ist, wenn der Nutzen wissenschaftlich bestätigt worden ist.

Für Billen ist das Papier ein zahnloser Tiger: "Ginge es um den Schutz der Verbraucher, müsste die Regelung ganz anders aussehen." Mit Blick auf die derzeitigen Prüfungen bei der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA sagte er: "Da wird ein riesiger bürokratischer Aufwand betrieben, der völlig unnötig ist."

Um die Vorgaben der Health-Claim-Verordnung umzusetzen, prüft die EFSA schon seit Monaten, welche der gesundheitsbezogenen Angaben auf den Lebensmitteln in der EU wissenschaftlich bewiesen sind. Mehr als 44.000 Anträge gingen bei der Behörde ein. Viele konnten bereits bei einer ersten Durchsicht mangels Erfolgsaussichten ausgesiebt werden. Die Prüfung soll bis Ende Juni 2011 abgeschlossen sein.

Kritik äußerte er auch daran, wie viel Geld für die Werbung ausgegeben werde. "Statt gesunde Lebensmittel wie Äpfel, Brokkoli oder Kartoffeln anzupreisen, werden Millionen ausgegeben, um Süßigkeiten oder Softdrinks als gesund zu bewerben." Erst wenn gesundheitsbezogene Werbung untersagt sei, finde ein fairer Wettbewerb statt.


 


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(bs) 29.10.2010



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