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Internationales Presseinstitut IPI kritisiert Bundespräsidenten

Das Internationale Presseinstitut IPI in Wien, ein weltweites Netzwerk von Verlegern, führenden Journalisten und Medienschaffenden, hat sich nun ebenfalls in einer Pressemitteilung der Kritik am Verhalten von Bundespräsident Wulff angeschlossen. Laut Medienberichten versuchte Wulff durch Anrufe beim Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, beim Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer-Verlags und auch bei der Verlegerin Friede Springer das Erscheinen eines kritischen Zeitungsberichts über die Finanzierung seines Privathauses zu verhindern. Anstatt, wie von der Zeitung angeboten, zu den Recherchen Stellung zu nehmen, hatte der Bundespräsident den Chefredakteur telefonisch unter Druck zu setzen versucht, um das Erscheinen des Artikels zu verhindern.

Dazu erklärte Prof. Dr. Carl-Eugen Eberle, Chairman of the Board von IPI Wien und Vorsitzender des deutschen Komitees von IPI: „Die Pressefreiheit ist in Gefahr, wenn der Träger eines hohen Amtes gegenüber dem Chefredakteur oder der Verlagsspitze seinen Einfluss geltend zu machen versucht, um das Erscheinen eines kritischen Artikels zu seiner Person zu unterbinden. Wer die Nähe eines persönlichen Kontakts mit dem Chefredakteur nutzen möchte, um die Arbeit in den Redaktionen zu steuern, gefährdet die Unbefangenheit und Unabhängigkeit der Journalisten. Journalistische Arbeit erfordert Distanz zu den Akteuren, über die berichtet wird. Gerade der Bundespräsident sollte dies wissen und achten.“

Quelle: IPI International Press Institute


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(al) 04.01.2012



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