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Die Filmaufnahmen auf der Entbindungsstation im Klinikum Friedrichshain der Vivantes GmbH sollen ausgesetzt werden. Dies teilte der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja am Dienstag mit. Ausschlaggebend für die Entscheidung des Berliner Senats seien Fragen des Kinderschutzes und der Arbeitnehmerrechte, so Czaja. In Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Finanzen als Eigentumsvertreter habe man die die Geschäftsführung von Vivantes angewiesen, die Filmaufnahmen bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 20. März 2013 auszusetzen.
Seit dem 15. Februar wurde in der Geburtsstation der Klinik für das RTL-Format „Babyboom – Willkommen im Leben“ gedreht. Laut Vivantes begleitet die neue RTL-Doku Elternpaare vor, während und nach der Geburt und dokumentiert die täglichen Momente auf einer Geburtsstation. Sie baue – im Gegensatz zu Big Brother – keine falsche Realität auf, um voyeuristische Bedürfnisse befriedigen zu können, sondern sie zeige die tägliche Arbeit, reale Geschehnisse – auch intime Realität. Das englische Vorbild „One born every minute“ wurde mit dem britischen Fernsehfilmpreis BAFTA ausgezeichnet.
Dem Aufsichtsrat sei laut Senator Czaja das Vorhaben von Vivantes, im Klinikum Friedrichshain Kameras auf der Entbindungsstation zu installieren und dort für eine RTL-Serie zu filmen, zuvor nicht bekannt gewesen. Es handele sich grundsätzlich um ein operatives Geschäft der Vivantes GmbH, das nicht zustimmungspflichtig sei und für das die Geschäftsführung des Unternehmens allein verantwortlich ist. Nach Bekanntwerden mehrten sich die Bedenken, dass die allgemeinen Persönlichkeitsrechte der Kinder und die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht ausreichend gewahrt würden.
(al) 27.02.2013
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