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Mit einem Anstieg um 19,3 Prozent legte der digitale Musikmarkt in Deutschland im Jahr 2012 erneut deutlich zweistellig zu. Wie der Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI) am Dienstag (26.03.2013) im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz in Berlin bekannt gab, geht mittlerweile ein Fünftel der durch Musikverkäufe generierten Umsätze auf das Konto von Downloads oder dem Streaming von Musik. Der Gesamtmarkt verzeichnete nach der 2011 begonnenen Stabilisierung einen leichten Dämpfer: Insgesamt gingen die Umsätze aus Musikverkäufen um 3,2 Prozent zurück auf 1,44 Milliarden Euro. Grund hierfür war neben einem erneuten Rückgang im physischen Geschäft (-7,7 Prozent) ein überraschend schwaches viertes Quartal.
Dazu Prof. Dieter Gorny (Foto), Vorstandsvorsitzender des BVMI: „Auch wenn es in diesem Jahr für eine schwarze Null nicht gereicht hat und die Zuwächse in den neuen digitalen Geschäftsfeldern die Verluste im physischen Tonträgermarkt nicht ganz auffangen konnten, teilen wir den neuen Optimismus, der seit einigen Wochen vor allem von unseren internationalen Kollegen verbreitet wird. Das digitale Angebot ist erwachsen geworden, auch in Deutschland. Dabei steht uns weiterhin ein starker physischer Markt zur Seite, sodass der digitale Wandel im deutschen Musikgeschäft – trotz Delle – derzeit ohne weitere Erosion des Gesamtmarktes gemeistert werden kann.“
Mit Blick auf den beginnenden Wahlkampf appellierte Prof. Gorny an die Politik, die Vorzeichen einer nachhaltigen Digitalen Ökonomie aktiver zu gestalten. Während sich die Musikwirtschaft den Herausforderungen der digitalen Revolution gestellt und unter widrigen Umständen zahlreiche Hürden gemeistert habe, fehle es nach wie vor an den Rahmenbedingungen, die einen fairen Wettbewerb im Internet ermöglichen.
„Für die Zukunft ist es dringend erforderlich, die grundsätzlichen Spielregeln und Wertschöpfungsketten in einer neuen Digitalen Ökonomie zu definieren. Das geht nur, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen und sich gemeinsam für ein legales und faires Umfeld einbringen: die Kultur- und Kreativbranchen, die Internetwirtschaft, Werbeindustrie, Anbieter von Bezahlsystemen und natürlich die Politik. Was wir brauchen, ist eine Art „Digital New Deal“, der von der Politik gesteuert wird. Einseitige Signale wie der aktuelle Entwurf zur Abmahndeckelung sind hier deutlich kontraproduktiv.“
Neben der Abmahndeckelung bestehe auch im Bereich der kollektiven Rechtewahrnehmung akuter Handlungsbedarf. So mussten die Einnahmen aus Leistungsschutzrechten (GVL) aufgrund der Zahlungsverweigerung der gesetzlich verpflichteten Geräteindustrie nachträglich für das Jahr 2011 um fast 30 Prozent nach unten korrigiert werden. Dazu Gorny: „Der Gesetzgeber hat den anhaltenden Konflikt zwischen den Verwertungsgesellschaften und der Geräteindustrie bislang nicht gelöst. So wird es nun im Fall einer weiteren Untätigkeit der Legislative – einmal mehr – an den Gerichten liegen, den Rechteinhabern ihre Vergütungen zuzuerkennen, sofern Verhandlungslösungen scheitern.“
Das Jahrbuch 2012 des Bundesverbands Musikindustrie als kostenfreies ePaper.
(al) 27.03.2013
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