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Nach dem Skandal um manipulierte Wahlergebnisse bei der ZDF-Show 'Deutschlands Beste' hat nun auch der Norddeutsche Rundfunk am Freitag (08.08.2014) Abweichungen bei Online-Votings eingeräumt. So hätten bei einigen Unterhaltungssendungen im NDR Fernsehen, die auf nicht repräsentativen Online-Votings basierten, Redaktionen aus unterschiedlichen Gründen Rangfolgen verändert, ohne dies transparent zu machen. Weil Bildrechte fehlten, die Materiallage schlecht war oder aus dramaturgischen Gründen wichen einzelne Platzierungen in so genannten Ranking-Sendungen vom Online-Voting ab. Die betroffenen Sendungen waren Zusammenschnitte und bis auf eine Ausnahme nicht moderiert.
Außerdem hätten Redaktionen von Musik-Hitparaden in zwei Radioprogrammen in solchen Fällen einzelne Voten relativiert, wenn diese offenbar von außen manipuliert worden waren. Dabei wäre versäumt worden, dies im Programm kenntlich zu machen. Es handelte sich in allen Fällen um Unterhaltungssendungen. Beim NDR seien bei Rankings weder im Fernsehen noch im Radio repräsentative Umfragen verwendet worden. Produktionen, die der NDR für Das Erste herstellt, seien nicht betroffen. In keinem Fall wurden Protagonisten des NDR bevorzugt. Der NDR hatte die interne Untersuchung nach Berichten u. a. des Medienmagazins "Zapp" über die Geschehnisse im ZDF veranlasst.
Dazu NDR-Intendant Lutz Marmor: "Ich halte die festgestellten Fälle für nicht hinnehmbar, vor allem auch weil sie nicht transparent gemacht wurden, selbst wenn sie im Einzelfall in ihrer Tragweite überschaubar erscheinen mögen. Wir werden zukünftig alles dafür tun, selbst geringfügige Abweichungen zu vermeiden und offen darzulegen, wenn sie im Ausnahmefall redaktionell geboten sind. Deshalb haben wir vorläufige Leitlinien zum Umgang mit Online-Votings entwickelt, die wir noch mit unseren Gremien beraten werden. Zudem sollen Online-Votings im NDR künftig restriktiver eingesetzt werden."
Ute Schildt, Vorsitzende des NDR Rundfunkrats, erkannte an, dass das Resultat Ergebnis einer Untersuchung sei, die der Intendant frühzeitig in Auftrag gegeben habe. "In einigen Fällen sind wichtige Grundsätze missachtet worden, und mehrmals mangelte es an der nötigen Sorgfalt. Das ist so nicht hinnehmbar. Die vom Intendanten angekündigten Regeln zum Umgang mit Listing-Formaten im NDR sind ein richtiger Schritt zur Gewährleistung der Qualitätsstandards in diesem Bereich", so Schildt.
Die Vorsitzende des Rundfunkrates kündigte in Abstimmung mit ihren Vorstandskolleginnen und -kollegen an, noch im August in einer erweiterten Vorstandssitzung mit dem Intendanten und den für das Programm verantwortlichen Direktoren zu beraten, wie die Transparenz auf diesem Gebiet verbessert werden kann, um einem möglichen Vertrauensverlust entgegenzuwirken. Diese Beratung soll der Vorbereitung der Rundfunkratssitzung im September dienen, auf der notwendige Handlungsregeln beraten und beschlossen werden sollen.
(al) 11.08.2014
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