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Prozess um Schließung des Bertelsmann-Clubs geht weiter

Dem Landgericht Düsseldorf liegt seit dieser Woche (6.1.) die Replik der Buchclub-Geschäftspartner auf die Klageerwiderung von Bertelsmann vor. Im Rechtstreit um die Schließung des Bertelsmann-Buchclubs ist damit die erste Runde des schriftlichen Austausches vor der mündlichen Verhandlung abgeschlossen.

In der Replik fordern die Kläger weitere zwölf Jahre Laufzeit für die Buchclub-Verträge. Damit konkretisieren sie die Forderungen, die sich aus der ausdrücklich vereinbarten Unkündbarkeit der unbefristeten Verträge zwischen rund 250 Buchclub-Vertriebspartnern und Bertelsmann ergeben.

"Aus unserer Sicht ist eine Laufzeit für weitere zwölf Jahre das Mindeste, was aus solch einem unkündbaren Vertrag folgt. Denn im Vertrauen auf diesen Vertrag haben wir auch in den vergangenen Jahren noch umfangreich - durchschnittlich etwa 50 Prozent unseres Erlöses - in das Buchclub-Geschäft investiert", sagt Guido Gebhard, Sprecher der Kläger.

Darüber hinaus legen die Kläger in ihrer Replik weitere Belege aus den vergangenen zehn Jahren vor, in denen Bertelsmann-Führungskräfte Managementfehler einräumen und bestätigen, dass über Jahre hinweg zu wenig oder überhaupt nicht in das Buchclub-Geschäft investiert wurde. Die Quellen, aus denen die Belege für Aussagen des Bertelsmann-Managements stammen, sind unter anderem Protokolle von Vollversammlungen.

"Die neuen Belege zeigen einmal mehr, dass die Darstellung von Bertelsmann, der Club sei seit Jahren ein Minusgeschäft und die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Folge externer Faktoren, ein völlig falsches Bild zeichnet", sagt Gebhard. "Gewinne aus dem Club wurden nicht wieder in das Clubgeschäft gesteckt; das Management selbst hat wiederholt Fehler, mangelnde Investitionen und viel zu häufige Wechsel in der Buchclub-Führung zugegeben. Trotzdem hat der Club bis vor wenigen Jahren noch Geld verdient."

Die Buchclub-Geschäftspartner sind der Ansicht, dass man mit einer Million kauffreudiger Bestandskunden den Club durchaus hätte wieder profitabel machen können.

Am 17. Juni 2014 hatte Bertelsmann bekannt gegeben, den Buchclub mit etwa einer Million Kunden aufzulösen und alle Filialen zu schließen. 250.000 Buchclub-Mitglieder sind Kunden unterschiedlicher Buchhändler und Medienvertriebsunternehmer aus ganz Deutschland und wurden Bertelsmann lediglich zur Belieferung mit Verlagserzeugnissen überlassen. Die Verträge, die diese Überlassung regeln, sind unkündbar. Diese "zweistufige" Konstruktion gibt es seit der Gründung des Clubs. Stellvertretend für alle Vertriebspartner haben drei Unternehmen am 25. August 2014 gegen die Schließung Klage eingereicht.

Der Prüfungsausschuss vertritt gemäß vertraglicher Vereinbarung seit über zwanzig Jahren die aktuell 244 Bertelsmann-Club-Geschäftspartner gegenüber der Bertelsmann-Gruppe.


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(bs) 07.01.2015



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