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Unternehmen stehen neuer Datenschutz-Grundverordnung kritisch gegenüber

Ende Mai 2018 tritt europaweit die neue Datenschutz-Grundverordnung (DGSVO) in Kraft. Diese soll zum einen den Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union sicherstellen und auf der anderen Seite den freien Datenverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarktes gewährleisten. Doch viele Unternehmen sehen darin nicht nur zusätzliche Kosten und einen erhöhten Aufwand, sondern haben sich zum Teil noch gar nicht mit der erforderlichen Umsetzung beschäftigt. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit Sitz in Mannheim hat im Dezember 2017 eine repräsentative Umfrage unter Unternehmen der Informationswirtschaft durchgeführt, deren Ergebnisse einen enormen Nachholbedarf beim Thema Datenschutz verdeutlichen. Zur Branche der Informationswirtschaft zählen etwa Dienstleister für Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT), Medien-Dienstleister wie Verlage, Rundfunkveranstalter oder Film-Produzenten und wissensintensive Dienstleister wie Rechts- und Steuerberater, Architekturbüros oder auch Unternehmen aus Forschung und Entwicklung.

Die ZEW-Umfrage zeigt, dass sich bis Ende letzten Jahres nur knapp die Hälfte (47,5 Prozent) der Unternehmen aus der Informationswirtschaft überhaupt mit der neuen DGSVO auseinandergesetzt hat. Im Gegensatz dazu hatten gerade einmal 4,8 Prozent der befragten Unternehmen die erforderlichen Anpassungen zum Umfrage-Zeitpunkt umgesetzt – dabei drohen den Unternehmen bei Verstößen gegen die neue DGSVO erheblich höhere Bußgelder als bisher. Die Ergebnisse der Umfrage machen mehr als deutlich, dass deutsche Unternehmen dem Thema Datenschutz eher skeptisch gegenüber stehen. Sie sehen in erster Linie die Nachteile durch erhöhte Arbeitsbelastung und zusätzliche Kosten, bedingt durch verkomplizierte Abläufe und erhöhte technische Anforderungen. Die Leiterin des Forschungsbereichs "Digitale Ökonomie" am ZEW, Irene Bertschek, empfiehlt den betroffenen Unternehmen eine etwas andere Sichtweise: "Unternehmen und Verbraucher achten immer mehr auf den Schutz ihrer Daten. Die strengen europäischen Datenschutz-Regeln könnten von der deutschen Informationswirtschaft auch als Vorteil gegenüber der außer-europäischen Konkurrenz betrachtet werden."

Die Umfrage-Ergebnisse zur DGSVO im Rahmen des "ZEW Branchenreport Informationswirtschaft" finden Sie hier zum Download.

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(nm) 13.02.2018



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