Sonntag, 15. September 2019

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Landgericht Offenburg: Freizeit Revue muss Gegendarstellung von Helene-Fischer-Lebensgefährten bringen

Die 3. Zivilkammer des Landgerichts Offenburg hat der Klage des Lebensgefährten der Schlägersängerin Helene Fischer gegen das Medien-Haus Burda auf Abdruck einer Gegendarstellung stattgegeben (Urteil vom 24. Mai 2019 - Az.: 3 O 15/19). Anlass für die juristische Auseinandersetzung war eine Titelseite der Wochenzeitschrift Freizeit Revue aus dem April 2019 mit der Titelzeile "Helene Fischer - Das Baby-Interview - Sensationell, was ihr Freund verrät". Neben bzw. im Hintergrund zu diesen Schlagzeilen waren Fotos von Helene Fischer und dem Kläger zu sehen. Das zu diesem Text gehörige Interview im Innenteil der Zeitschrift wurde indes nicht mit dem Kläger, sondern mit einem anderen Prominenten geführt, der Helene Fischer freundschaftlich verbunden ist.

Der zuständige Einzelrichter stellte fest, dass die Schlagzeilen auf der Titelseite im Kontext mit den Fotoaufnahmen des Klägers und Helene Fischer nur so verstanden werden könnten, dass der Kläger als Lebensgefährte von Helene Fischer das "Baby-Interview" geführt habe. Da dies nicht der Fall sei, stehe ihm ein Anspruch auf Gegendarstellung zu. Soweit der Verlag u. a. argumentiert hatte, dass durch die Verwendung der Worte "was ihr Freund verrät" jeder der vielen Freunde von Helene Fischer gemeint sein könne und der Kläger üblicherweise in der Presse als "Geliebter" oder "Lebensgefährte" bezeichnet werde, vermochte er die 3. Zivilkammer damit nicht zu überzeugen. Diese führte aus, dass Maßstab das Verständnis eines unbefangenen Kiosklesers sei, der die Headline in dem von dem Kläger genannten Sinne verstehe. Die durch die Verfassung geschützte Pressefreiheit stehe dem Anspruch auf Gegendarstellung nicht entgegen.

Hubert Burda Media hat bereits angekündigt gegen da Urteil des Landgerichts Offenburg in Berufung gehen u wollen.


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(ps) 04.06.2019



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