Sonntag, 20. Oktober 2019

LG Düsseldorf: Tonkünstler Parviz Mir-Ali setzt sich gegen das Schauspielhaus Düsseldorf durch

Die 12. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf hat entschieden, dass das Schauspielhaus Düsseldorf es zu unterlassen hat, die von dem Tonkünstler Parviz Mir-Ali für das Schauspielhaus Dresden komponierte und arrangierte Musik zu "Der Idiot" aufzuführen (Urteil vom 12. Juni 2019 – Az.: 12 O 263/18). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wie Dr. Elisabeth Stöve, Pressesprecherin und zugleich Vorsitzende Richterin am Landgericht, mitteilt. Es besteht das Rechtsmittel der Berufung zum Oberlandesgericht Düsseldorf.

Zum Sachverhalt heißt es in der Presse-Information vom 12. Juni 2019: "Der bekannte Tonkünstler Paviz Mir-Ali hatte im Jahre 2015 die Musik zu dem Bühnenstück 'Der Idiot' von Fjodor Dostojewski in der Inszenierung von Matthias Hartmann für das Staatsschauspiel Dresden komponiert. Im Jahre 2016 übernahm das Düsseldorfer Schauspielhaus die Inszenierung aus Dresden zusammen mit der von Mir-Ali komponierten Musik. Für die Spielzeit 2016/2017 zahlte das Schauspielhaus Düsseldorf dem Tonkünstler eine pauschale Vergütung. Zahlungen für die weiteren Spielzeiten 2017/2018 und 2018/2019 verweigerte das Schauspielhaus unter Hinweis auf seine Zahlungen an die GEMA. Der klagende Tonkünstler sieht mit den Aufführungen seine Urheber-Rechte verletzt.

Die 12. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf hat dem klagenden Tonkünstler Recht gegeben. Die von ihm komponierte Musik sei ein Werk der Tonkunst, das im Rahmen der Inszenierung von 'Der Idiot' des Schauspielhauses Dresden bühnenmäßig dargestellt werde. Nach ständiger Rechtsprechung werde Musik, die ein bewegtes Spiel begleitet, im Sinne von § 19 Abs. 2 UrhG bühnenmäßig dargestellt, wenn sie integrierender Bestandteil des Spielgeschehens ist und nicht nur zur bloßen Untermalung dient. Das Gericht stellte nach Inaugenscheinnahme eines Mitschnitts der Inszenierung fest, dass bei der Dresdener Inszenierung von 'Der Idiot' die Dramaturgie des gesprochenen Wortes und die Musik sich zu einer Einheit verbinden. Das gelte auch, wenn die Musik nur 30 Minuten der Gesamtspieldauer von 2:50 Stunden umfasse. Da es sich bei dem Musikwerk des Klägers um eine bühnenmäßige Darstellung handele, habe das Schauspielhaus Düsseldorf von der GEMA keine Nutzungsrechte erwerben können. Denn nach § 1 lit a GEMA-Berechtigungsvertrag können zwar Musik-Rechte, aber keine Rechte an der bühnenmäßigen Aufführung erworben werden."


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(ps) 17.06.2019



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